Seite auswählen

Vier Jahreszeiten

Reetdach Fachwerkhaus

Diese Fotoprojekt heißt aus gutem Grund „Vier-Jahreszeiten“. Der Name kommt im Titel vor! Eine langwierige Art der Fotografie, aber wenn man schöne, seltene oder sonst andersartige Bauwerke findet, die alt und schützenswert sind, dann ist dies sicher eine hübsche Art der Dokumentation.  In unserer schnelllebigen Zeit ist es gut zu wissen, dass solche alten Gebäude erhalten und gepflegt werden. Dieses Haus steht in der Nähe von Kiel am Bothkamper See

Holländer Klappbrücke von 1784 über den alten Eiderkanal – nahe Kiel, Schleswig-Holstein

Quelle:
Prof. Dr. Manfred Jessen-Klingenberg (1933-2009)
Der Schleswig-Holsteinische Kanal, gebaut 1774-1784, ist ein Werk des dänischen Gesamtstaates, zu dem seinerzeit außer dem Königreich u. a. Norwegen, Island, ganz Schleswig und der größte Teil Holsteins gehörten. Der Kanal (seit 1853 Eiderkanal) verband die Obereider mit der Kieler Förde. Seine Länge betrug 43 km, die eigentliche Grabungsstrecke 34 km. Mit seinen Abmessungen – Spiegelbreite 31 m, Sohlenbreite 17 m, Tiefe 3,45 m – war der Eiderkanal die erste Wasserverbindung zwischen Nord- und Ostsee, die auch seegehende Schiffe bis zu 230 Tonnen Ladegewicht zu passieren vermochten.

Mit Hilfe von 6 Schleusen wurde die Wasserscheide überwunden:

Rendsburg, Kluvensiek, Königsförde, Rathmannsdorf, Knoop und Holtenau. Die Scheitelstrecke lag zwischen Königsförde und Ratmannsdorf; sie schnitt den Flemhuder See, und somit war die Wasserversorgung des Kanals stets gewährleistet.

Mit Recht gelten die Schleusen als eine technische Meisterleistung. Sie waren die größten in ihrer Zeit und ermöglichten die schnellste Bedienung der Schiffe.

Die nördliche Kammer, 35 m lang, 7,8 m breit, 3,45 m tief, diente der Durchschleusung, die südliche, Freischleuse, der Wasserhaltung im Kanal. Die Hubhöhe bei Königsförde betrug 2,3 m.

1785 wurde für alle Nationen die Passage durch den Kanal freigegeben; er wurde danach zum meistbefahrenen in Europa. Nur bei raumem Wind konnte die Schiffe Segel setzen. Sonst mussten sie getreidelt werden. An beiden Ufern waren Treidelpfade angelegt. Pferdehaltereien gab es in Rendsburg, Kluvensiek, Landwehr und Holtenau. Die Fahrt von Holtenau bis Rendsburg dauerte etwa 10 bis 12 Stunden, bis Tönning 3 – 4 Tage; auf der windungsreichen Untereider musste gesegelt werden.

Im Zeitalter der großen Dampfschiffe verlor der Eiderkanal allmählich seine wirtschaftliche Bedeutung, obgleich die Zahl der Passagen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kräftig anstieg (1872 : 5222 Durchfahrten). 1895 musste er – bis auf einige Reststrecken – dem neuen Nord-Ostsee-Kanal weichen.